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Segeln






Segeln

Segeln ist eine Fortbewegungsart unter Nutzung des Windes. Auch beim Segelfliegen kommt das Prinzip zur Anwendung. Früher wurden Segelschiffe in der Kriegs- und der Handelsmarine benutzt. Segeln wird heute oft als Freizeitaktivität oder Wassersportart betrieben, es findet aber auch weiterhin zum Beispiel im Fischfang eine kommerzielle beziehungsweise alltagsbestimmte Anwendung. Verwandt mit dem Segeln ist das Windsurfen.

Beim Segeln vor dem Wind bewirkt der Winddruck auf eine senkrecht zum Wind stehende Fläche einen Vortrieb in Windrichtung. Diese Art des Vortriebs wird am günstigsten durch Rahsegel genutzt Die Reisegeschwindigkeit von Rahseglern ist oft geringer, weil sie beim Kreuzen quer zum Wind sehr viel langsamer vorankommen als Boote mit Schratsegeln.

Segeln auf allen Kursen zwischen Am Wind und Halbwind-Kurs. Bei einem Segel ist die Wölbung auf der dem Wind zugewandten Seite, dem Luv, konkav, auf der dem Wind abgewandten Seite, der Lee, konvex. Der Wölbungsverlauf verläuft nicht gleichmäßig. Die Segel laufen zur Hinterkante hin flach zu. Der Wind strömt an einer nahezu parallel zur Richtung des scheinbaren Windes ausgerichteten Fläche entlang und wird dann durch die veränderte Segelwölbung auf beiden Seiten der Fläche aus der Bahn gelenkt. Auf der Luvseite wird dadurch ein Überdruck erzeugt . Auf der Leeseite hingegen wird die Luft umgelenkt, da am Segel ein Unterdruck entsteht. Die Druckdifferenz zwischen Luv- und Leeseite des Segels bewirkt eine Kraft senkrecht zum Segel. Die Kraft kann man in zwei Teile zerlegen: Der eine Teil dieser Kraft wirkt parallel zur Längsrichtung des Bootes und erzeugt den Vortrieb. Der andere Teil wirkt senkrecht zur Längsrichtung des Bootes und wird teilweise durch die Widerstandsflächen unter Wasser kompensiert.

Auf diesen Kursen sind wir also in der Lage zu segeln, da die Segel sich ähnlich wie die Tragflächen an Flugzeugen verhalten.

Es gibt zwei stark unterschiedliche Arten des sportlichen Segelns: Regattasegeln und Fahrtensegeln.

Unter Fahrtensegeln versteht man meist mehrtägige Fahrten mit einem Boot von einem Start- zu einem Zielhafen. Ein solcher Segeltörn kann sportlich mehr oder weniger anspruchsvoll sein. Es geht jedoch nie um den Wettkampf mit anderen Booten, sondern allenfalls um den Kampf mit der Natur.

Regattasegeln ist ein Wettkampfsport. Hier wird eine vorher abgestimmte Strecke von zwei oder mehr Booten zur selben Zeit befahren. Beim Segeln umfasst dies eine sehr viel größere Bandbreite als bei anderen Sportarten üblich. Die Dauer eines Wettkampfes kann von Stunden bei Jollenregatten bis zu Monaten bei Hochseeregatten betragen. Gleiches gilt für die Kosten zur Ausübung des Sports. Auch das Risiko verteilt sich entsprechend. Bei professionellen Hochseeregatten steht die Geschwindigkeit absolut im Vordergrund, was trotz aller Sicherheitsmaßnahmen bei Fehlern auch Lebensgefahr für die Besatzung bedeutet. Bei Jollenregatten, die sportlich nicht weniger anspruchsvoll sein müssen, besteht zwar auch immer eine gewisse Unfallgefahr, das Risiko ist aber doch deutlich geringer.

Eine besondere Form bei Segelregatten sind die Wettkämpfe von Booten unterschiedlicher Bauform und Geschwindigkeit, die so genannten Yardstickregatten. Jeder Bootsklasse ist eine Yardstickzahl  zugeordnet. Die gesegelte Zeit wird mit der Yardstickzahl multipliziert. Diese Berechnungsformel macht einen sportlichen Vergleich von Booten unterschiedlicher Klassen möglich.